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Die Stadt soll die Nutzung gebrauchter Schulbücher koordinieren

Verfasser/in: eingestellt vom Redaktionsteam (Eingang per Post)
Nr. 2016 - 76, 06.5.2016, Münster gesamt - 3 Kommentare (5718x angesehen)
Schulen (Ausstattung und Bauunterhaltung, Betreuungsangebote etc.)

Kurzbeschreibung

Eine städtische Koordinierung gebrauchter Schulbücher könnte viel Geld sparen.

Erläuterung

Für diesen Vorschlag wurde keine Erläuterung eingetragen.

Bewertungsergebnis der Internet-Abstimmung

14 Pro - 2 Neutral - 15 Kontra - 4 Kann ich nicht beurteilen.

In Bestenliste aufgenommen

  • über schriftliche Umfrage

Stellungnahme der Verwaltung

Die Zielrichtung des Antrages ist nicht eindeutig erkennbar, da es unterschiedliche Zuständigkeiten und Möglichkeiten im Zusammenhang mit den Schulbüchern gibt. Die schulgesetzliche Regelung unterscheidet in Schulbücher, die der Schulträger zur Verfügung stellen muss (Schulträgeranteil) und in Schulbücher, die die Eltern selbst beschaffen müssen (sogenannter Elternanteil). Alle Schulbücher müssen von der Schulkonferenz der jeweiligen Schule beschlossen werden, so dass hierdurch bei den ca. 90 städtischen Schulen eine ganz unterschiedliche eigene „Schulbibliothek“ entstanden ist.
Die Stadt Münster stellt für die städtischen Schulen als Schulträgeranteil jährlich Schulbücher in einem Volumen von ca. 1.4 Mio € zur Verfügung. Diese Bücher werden von den Schulen an Schülerinnen und Schüler mehrfach - in der Regel schuljahresweise - ausgeliehen. In der Regel werden diese Bücher erst ausgesondert bzw. ersetzt, wenn sie entweder „aufgebraucht“ oder inhaltlich veraltet sind. In beiden Fällen macht eine Weiter- oder Umverteilung gebrauchter Bücher keinen Sinn.
Grundsätzlich anders stellt sich die Situation bei den Schulbüchern aus dem Elternanteil dar. Diese Bücher werden entsprechend dem Schulkonferenzbeschluss von den Eltern gekauft und sind deren Eigentum. Teilweise handelt es sich hierbei um sogenannte „Arbeitshefte /Workbooks“, die in der Regel nur einmalig genutzt werden können, weil dort Eintragungen vorgenommen werden. Gleichwohl gibt es - von Schule zu Schule unterschiedlich - Bücher, die dem Grunde nach wieder verwendet werden könnten. In manchen Schulen werden hier Möglichkeiten angeboten, solche Bücher erneut einer Verwendung zuzuführen.
Unterstellt, dass sich der Vorschlag auf die wieder nutzbaren Bücher aus dem Elternanteil bezieht, sieht er vor, dass eine zentrale Koordinierung eines solchen „Büchertausches oder –verkaufs“ durch die Stadt erfolgen soll.
Dies ist aus folgenden Gründen nicht praktikabel:

  • Die von den Eltern zu beschaffenden Titel sind von Schule zu Schule unterschiedlich. Wenngleich es in Einzelfällen sein kann, dass einmal gleiche Titel in mehreren Schulen verwendet werden, so bedeutet dies nichtautomatisch, dass es sich um identische Bücher handelt (z.B. anderes Erscheinungsjahr, andere Ausgabe). Im Unterricht sind die Lehrkräfte aber darauf angewiesen, dass alle Schüler/innen die gleiche Ausgabe des Schulbuches haben.
  • Unklar wäre, wie ein Verkauf und eine Übereignung praktisch erfolgen könnte. Es stehen weder Lagerkapazitätenhierfür zur Verfügung noch ein geeignetes Verfahren für die Festsetzung des Verkaufspreises.
  • Würde die Stadt Münster Bücher von Eltern aufkaufen, aber nicht in der gleichen Menge wieder verkaufen können, führte dies zu einem finanziellen Zusatzgeschäft. Würde sie die Bücher zu einem geringeren Preis aufkaufen, um dieses Risiko finanziell abzufedern, würde sie voraussichtlich umsatzsteuerpflichtig.
  • Eine solche durch die Stadt eingerichtete „Verkaufsbörse“ wäre gewerberechtlich -insbesondere mit Blick auf die Buchpreisbindung- zumindest bedenklich und würde sicherlich auch zu Unmut bei dem örtlichen Schulbuchhandel führen.
  • Die Stadt Münster hat seit vielen Jahren intern für die Schulen eine „Tauschbörse“, d.h. eine Plattform, in der Schulen nicht mehr benötigte funktionsfähige Lehrmittel anbieten könnten. Diese wird in der Praxis kaum bis gar nicht genutzt, so dass zu vermuten ist, dass auch eine vergleichbare - für Eltern zur Verfügung stehende - „Tauschbörse“ relativ gering frequentiert würde.
  • In jedem Fall entstünde ein zusätzlicher Ressourceneinsatz für die Stadt Münster, ohne dass dieser durch „Einnahmen“ refinanziert werden könnte. Ein günstigerer Einkauf käme ausschließlich den Eltern zugute.

Insoweit sollte der Vorschlag nicht aufgegriffen werden.

Entscheidung der politischen Gremien

Vorschlag wird nicht aufgegriffen



Kommentare

3 Kommentare

Kommentar von grimrunner am 28.5.2016, 23:27 Uhr

Personal ist garantiert teurer.

Kommentar von Porsche911 am 13.5.2016, 18:56 Uhr

Mich würde mal interessieren, ob nicht die für die Koordination erforderlichen Personalkosten höher sind als die eingesparten Sachkosten...

Kommentar von Minimundus am 08.5.2016, 09:20 Uhr

Die EX-Dezernentin der Stadtverwaltung Münster hatte es doch schon versucht...... „Sie bekam den VOXTROTT nicht auf die Kette." ERGO: „Überlassen wir es den Eltern, mit ins Rad zu fassen. BILDUNG ist auch Sache der Erzeuger dieser „Früchtchen."

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